Homöopathie

Nach den Gesichtspunkten von Samuel Hahnemann, dem Begründer der Homöopathie liegt die Wirkung im Heilprinzip, “Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden“ (Similia similibus curentur). Diese sogenannte Ähnlichkeitsregel bildet eines der drei Grundprinzipien der Homöopathie. Nach sorgfältiger Anamnese (Repitorisation) erfolgt die Auswahl geeigneter Einzel,- oder Komplexmittel. Auch Mittel die bereits eingenommen werden, können nach einiger Zeit auf ihre Wirksamkeit und Notwendigkeit hin Kinesiologisch (Bioenergetisch) ausgetestet werden.

In unserer Praxis wird ebenfalls eine spezielle Form der Homöopathie verwendet, die von dem deutschen Arzt Hans H. Reckeweg begründete Komplexmittelhomöopathie oder auch Homotoxikologie genannt. Diesem homotoxikologischen Ansatz liegt ein komplexeres Denkmuster zugrunde. So stellen diese Mittel, Gemische homöopathischer Einzelmittel in niedrigen bis mittleren Potenzen und zum Teil in der Urtinktur (keine Potenzierung) dar, die indikationsbezogen, an Symptomen orientiert, kombiniert werden. Dieser Ansatz fußt auf den Arbeiten von Arndt (1835-1900) und Schulz (1853-1923) und findet als Arndt-Schulz-Regel in der Homöopathie, nach wie vor ihre Anwendung.

Diese besagt, dass schwache Reize Lebensfunktionen anregen, mittelstarke Reize sich neutral verhalten, starke Reize hemmend wirken und stärkste Reize die Lebensfunktion aufheben. Reckeweg ging davon aus, dass bei der Ausbildung von Krankheiten in den allermeisten Fällen mehrere schädigende Substanzen eine Rolle spielen und somit auch die Vergabe mehrerer potenzierter "Gegengifte" notwendig sei. Unter dem Begriff der Homotoxine wurden von Reckeweg alle für den Menschen schädigenden Stoffe (erweiternd könnten hier auch alle schädigenden Einflüsse überhaupt genannt werden, also auch Stress oder exogene Noxen, wie Elektrosmog u. a.) zusammengefasst und benannt.

Die Annahme ist, dass durch Homotoxine Krankheiten im Körper ausgelöst, gefördert oder manifest werden. Die Homotoxikologie teilt hierbei diese Manifestation der den Körper bedrohenden Giftstoffe (Homotoxine) in verschiedene Phasen ein. Diese sechs von Reckeweg beschriebenen Phasen stellen ein morphologisch-zeitliches Konstrukt dar. Dieses ermöglicht es dem Therapeuten, den betroffenen Patienten in seinem Krankheitsgeschehen, seinen Symptomen und anhand seiner Befunde in eine dieser Phasen einzuordnen und in einem schonenden Prozess zurückzuführen.